Dieses Kapitel hat die Theorie der Unternehmung oder des Angebots zum Gegenstand. Angebots- und Unternehmenstheorie werden oft gleichgesetzt, da das Güterangebot vor allem von Unternehmen erbracht wird. Wenn man etwas genauer sein wollte, müsste man von der Güterangebotstheorie sprechen. Schließlich treten auch Haushalte als Anbieter auf, vor allem als Anbieter des Produktionsfaktors Arbeit.
Das Kapitel beginnt mit einer kurzen Diskussion der Ziele der Unternehmung. Außerdem werden in diesem Abschnitt die Annahmen vereinbart, die die Grundlage der Erörterungen bilden sollen. Es schließt sich daran die Theorie der
an, die formal in weiten Teilen dem aus der
Haushaltstheorie
bekannten Konzept der Indifferenzkurven ähnelt. Sie ist aber einfacher,
da es nicht um abstrakten Nutzen, sondern um die Herstellung von
Gütern geht. Was dabei herauskommt, lässt sich also messen.
Auch die Minimalkostenkombination findet mit dem Haushaltsgleichgewicht
eine Entsprechung in der Theorie des Haushalts. Während Haushalte ihr
Gleichgewicht erreichen, wenn sie einen
gegebenen Nutzen mit den geringsten Ausgaben realisieren, befinden
sich Unternehmen in einer Minimalkostenkombination, wenn sie ein gegebenes
Produktionsziel mit geringstmöglichen Kosten realisieren.
So wie sich in der Theorie des Haushalts aus
Einkommens-Konsum-Kurven
Engel-Kurven ableiten lassen, gelangt man über die Minimalkostenkombinationen
für alternative Produktionsmengen zur
der Unternehmen. Von dort ist es dann nur noch ein kleiner Schritt zur Gewinnmaximierungsregel bei vollkommener Konkurrenz, die einen Spezialfall des "Gesetzes des erwerbswirtschaftlichen Angebots" darstellt. Das ist eine etwas antiquiert klingende Bezeichnung für das Pendant zum Gesetz der Nachfrage in der Haushaltstheorie.
Mit der Gewinnermittlungsregel findet man die
einer Unternehmung. Analog zum Vorgehen in der Haushaltstheorie findet man die Marktangebotsfunktion, indem man die Angebote der einzelnen Unternehmen einfach aggregiert.
Das Auffinden der Angebotsfunktion ist das eigentliche Ziel dieses Kapitels,
so wie die Ableitung der Nachfragefunktion Ziel des vorigen Kapitels war.
Das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage wird dann Gegenstand des
nächsten
Kapitels über Preise und Märkte sein.