Kostenverläufe bei unterschiedlichen
Produktionstechnologien:
(s) ertragsgesetzlicher Kostenverlauf,
(g) neoklassischer Kostenverlauf (z. B.
Cobb-Douglas mit Homogenitätsgrad r < 1), (b) lineare
Technologie
(z. B.
Leontief oder Cobb-Douglas mit r = 1)
Vom
Expansionspfad
ist es nur ein kleiner Schritt zur
Kostenfunktion.
Sie liefert die Information, welche Kosten mindestens anfallen,
eine bestimmte Produktionsmenge zu erzeugen. Zu ihrer Konstruktion
muss man nur dem Expansionspfad folgen und für die einzelnen
Punkte an der jeweiligen Isoquante und Isokostenkurve die Produktionsmenge
und die Kosten ablesen. Diese beiden Informationen werden dann
in ein Diagramm (s. Abb. 1) übertragen, an dessen Achsen
die Kosten und Produktionsmenge abgetragen sind.
Abbildung 1 zeigt in verschiedenen Farben Kostenfunktionen für unterschiedliche Produktionstechnologien. Da bei der Konstruktion des Expansionspfades alle Produktionsfaktoren als variabel angenommen wurden, beginnen die Kostenkurven im Ursprung. Das muss so sein. Denn wenn auf lange Sicht nichts produziert wird, fallen auch keine Kosten an.
Auf kurze Sicht wären einer oder mehrere Faktoren nicht variabel.
In diesem Fall würden Fixkosten anfallen und die Kostenfunktion
hätte einen positiven Ordinatenabschnitt. Natürlich ließen sich
für die variablen Faktoren die
Minimalkostenkombinationen
bestimmen und aus dem Expansionspfad könnte dann der Verlauf der
variablen Kosten in der gleichen Art und Weise abgeleitet werden.
Erklärung zu knapp? Lesen Sie hier eine
ausführlichere Erklärung
.
Wie hängen nun der Verlauf von Kosten- und Produktionsfunktion
zusammen? In gewissem Sinne ist die Kostenfunktion die Umkehrfunktion
der Produktionsfunktion, aber auch nur in gewissem Sinne. Der
Zusammenhang lässt sich über die
Skalenelastizität
herstellen. Ein einfacher Spezialfall macht das sofort deutlich:
Angenommen, eine
Niveauproduktionsfunktion
ist linear (dann ist die Skalenelastizität 1), dann ist das Verhältnis
von Output zu Faktoreinsatz (die Produktivität) konstant. Wenn
aber immer die gleiche Menge an Faktoren je Outputeinheit aufgewendet
werden müssen, dann sind die Kosten pro Stück konstant. Konstante
Stückkosten bedeuten eine lineare Kostenfunktion. Fazit: Ist die
Niveauproduktionsfunktion linear, dann ist auch die Kostenfunktion
linear. Oder mit anderen Worten:
Konstante
Skalenerträge bedeuten konstante Stückkosten.
Ganz ähnlich macht man sich klar,
sinkende Skalenerträge bedeuten steigende Stückkosten (und umgekehrt).
Sinkende Skalenerträge zeigen an, dass die Durchschnittsproduktivität mit steigender Produktionsmenge sinkt. Also wird der Faktoreinsatz pro Outputeinheit mit steigender Produktionsmenge immer größer, d. h. die Duchschnittskosten steigen an (s. Abb. 2).
Können Sie die Produktionsmenge der ertragsgesetzlichen Produktionsfunktion, bei der die Grenz- gleich den Durchschnittserträgen sind, bei der ertragsgesetzlichen Kostenfunktion (s) in Abbildung 1 angebenn?
![]()
Welche Gestalt haben die Niveauproduktionsfunktion und die Kostenfunktion, wenn das Gesetz der Massenproduktion gilt?
Die Kostenfunktionen werden mitunter klassifiziert nach progressiven, regressiven, degressiven und linearen Verläufen. Progressive Verläufe korrespondieren mit abnehmenden, degressive mit zunehmenden und lineare mit konstanten Skalenerträgen. Ein regressiver Kostenverlauf ist praktisch ausgeschlossen und lässt sich nur mit abstrusen Beispielen konstruieren (Heizkosten im Theater sinken mit der Zahl der Zuschauer (=Proxy für die Produktion in einem Dienstleistungsunternehmen)).