Wenn für jede Produktionsmenge die
Minimalkostenkombinationen
bestimmt werden, heißt die verbindende Kurve
Expansionspfad.
Graphisch kann man ihn erzeugen, indem man mit geringen
Kosten beginnend die Kosten langsam ansteigen läßt. Dadurch verschiebt
sich die
Isokostengerade weiter und weiter
nach außen und tangiert eine
Isoquante nach der anderen. Die Tangentialpunkte werden markiert und verbunden.
Im Ergebnis entsteht ein Expansionspfad wie in Abbildung 1.
Der Expansionspfad ist die Verbindung aller
Minimalkostenkombinationen bei gegebenen Faktorpreisen. (Vergleichen
Sie den Expansionspfad mit dem
Einkommensexpansionspfad aus der Haushaltstheorie.)
Natürlich ändert sich der Expansionspfad, wenn sich das Faktorpreisverhältnis
verändert. Auch über seine Gestalt kann man a priori nicht allzu viel
sagen. Allerdings zeigen bestimmte Gruppen von Produktionsfunktionen typische
Expansionspfade. Die
Leontief-Produktionsfunktion
besitzt einen geraden Expansionspfad. Das muß natürlich so sein, denn
bei einer limitationalen Produktionsfunktion wird das Einsatzverhältnis
der Faktoren (die Kapitalintensität) allein durch die Technik konstant
vorgegeben.
Etwas überraschender mag schon sein, daß auch eine
Cobb-Douglas-Produktionsfunktion
einen linearen Expansionspfad besitzt. Das kann nur der Fall sein, wenn
die Grenzrate der Substitution (Steigung der Isoquanten) unabhängig vom
Skalenniveau (der Produktionshöhe) ist. Das Verhältnis der Grenzproduktivitäten
darf also nicht mit der Produktionsmenge variieren. Für die Cobb-Douglas-Produktionsfunktion
kann das recht einfach berechnet werden
[1] ![[1]](gifs/Expansionspfad_gl1.gif)
Die
Grenzrate der technischen Substitution
hängt nur von den beiden partiellen Produktionselastizitäten und der Kapitalintensität
k ab. Die Kapitalintensität ist aber
auf einer Geraden durch den Ursprung konstant ![]()
und die beiden Produktionselastizitäten
sind ebenfalls Konstanten. Damit ist die Grenzrate der technischen Substitution
also auf einer Geraden durch den Ursprung konstant, m.a.W. die Steigung
der Isoquanten ändert sich nicht. Der Expansionspfad hängt damit vom Verhältnis
der partiellen Produktionselastizitäten ab und fällt mit der 45°-Linie
zusammen, wenn a=b gilt.
Die kostenminimale Kapitalintensität ist erwartungsgemäß um so höher, je produktiver Kapital im Verhältnis zur Arbeit ist.
Auch hier liegt - ceteris paribus natürlich - wieder eine wirtschaftspolitische Implikation auf der Hand: Eine Steigerung der Arbeitsproduktivität wird die Unternehmen aus eigenem Interesse arbeitsintensivere Produktionsverfahren wählen lassen.