Das Betriebsoptimum
und das Betriebsminimum kann man als Mengen, Preise oder auch Preis-Mengen-Kombinationen
begreifen. Der Schnittpunkt von Grenzkosten und variablen durchschnittlichen
Kosten ist das
Betriebsminimum,
der Schnittpunkt mit den totalen durchschnittlichen Kosten das
Betriebsoptimum.
Da die Grenzkostenkurve die beiden anderen jeweils in deren Minima schneidet,
kann man ebenso formulieren, dass Betriebsminimum und -optimum den Minima
der durchschnittlichen variablen bzw. durchschnittlichen totalen Kosten
entsprechen. Auf lange Sicht fallen beide zusammen, da langfristig alle
Kosten variabel sind.
Die Grafik zeigt Betriebsminimum und -optimum für einen ertragsgesetzlichen Kostenverlauf.
Wenn der Produktpreis pX unter
das Betriebsminimum PM fällt, wird das Unternehmen seine Produktion
kurzfristig einstellen. Es macht dann einen geringeren Verlust als wenn
es produzieren würde. Werden nämlich nicht die variablen Kosten gedeckt,
dann steigt mit jeder produzierten Einheit der Verlust. In der Betriebswirten
eigenen Sprache würde man sagen, der Stückdeckungsbeitrag ist negativ.
Wird nichts produziert, entsteht kurzfristig ein Verlust in Höhe der fixen
Kosten. Liegt der Preis zwischen PM und PO, wird
zwar mit Verlust produziert, der allerdings geringer ist als die fixen
Kosten, da ein positiver
Deckungsbeitrag
erzielt wird.
Wenn der Preis dem Betriebsoptimum entspricht (PO) oder höher
liegt, kann die Unternehmung langfristig am Markt bestehen. Der Begriff
führt etwas in die Irre, denn ein Preis in Höhe von PO ist
für die Unternehmung nicht optimal. Aus ihrer Perspektive kann der Preis
gar nicht hoch genug sein. Optimal ist der Preis in dem Sinn, dass den
Konsumenten auf Dauer das Produkt privatwirtschaftlich nicht zu einem
günstigeren Preis angeboten werden würde. Sie sind es also, die hier am
besten abschneiden. Das ist schließlich auch das Ziel des Wirtschaftens: die Präferenzen
der Wirtschaftssubjekte in ihrer Eigenschaft als Konsumenten bestmöglich
zu befriedigen. Ausführlich wird der Begriff der gesellschaftlichen Optimalität
("
Optimum optimorum") im Rahmen der
Theorie
des Allgemeinen Gleichgewichts diskutiert.
Außerdem signalisiert die Produktion im Betriebsoptimum einen minimalen
Ressourcenverbrauch bei der Erstellung des Produkts. Bei konstanten Faktorpreisen
bedeuten die geringsten Kosten pro Stück zugleich den geringsten (bewerteten)
Verbrauch an Ressourcen. Damit ist der Zustand nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch optimal.
Bei dem in Abbildung 1 angenommenen ertragsgesetzlichen Kostenverlauf ist
das Betriebsoptimum mit einer Produktionsmenge in Höhe von XO
eindeutig bestimmt. Bei jeder anderen Produktionsmenge würden höhere Kosten
pro Stück anfallen. Es sind auch Kostenverläufe denkbar, bei denen das
Betriebsoptimum nicht eindeutig ist. Dazu muss die Stückkostenkurve lediglich
ganz oder teilweise waagerecht verlaufen. (Sehr) Häufig findet man das Betriebsminimum
(und langfristig das Betriebsoptimum) auch als "Randlösung"
bei einer Produktionsmenge von null. Das ist der Fall, wenn die Grenzkosten
von Beginn an steigen (dann können die Durchschnittskosten nicht sinken
und haben demzufolge kein Minimum). Ein konkretes Beispiel dafür wäre
eine
Cobb-Douglas-Produktionsfunktion mit einem Homogenitätsgrad kleiner
eins.