Das Standardmodell des Monopols auf dem vollkommenen Markt dient genau so wenig wie das Modell der vollkommenen Konkurrenz zur Beschreibung realer Märkte. Vollkommene gibt es eben nicht. Trotzdem beginnt auch die Analyse des Monopols mit dieser vereinfachenden Annahme, um die Einflüsse des eigentlich interessierenden Aspekts zu isolieren und so besonders klar herauszustellen: Welche Konsequenzen für Preis und Menge resultieren aus dem Fehlen direkter Konkurrenz?
Der wichtigste Baustein für das Standard-Monopolmodell der mikroökonomischen
Theorie ist die
Amoroso-Robinson-Relation,
die bereits im
Abschnitt über direkte
Preiselastizität der Nachfrage vorgestellt wurde. Sie liefert in Verbindung
mit den Grenzkosten den Cournotschen Punkt, der seinen Namen zu Ehren
des französischen Mathematikers A. A. Cournot (1801-1878) trägt
und auf der
Preis-Absatz-Funktion liegt. Cournot
hat nicht nur die Lösung für die Gewinnmaximierung im Monopolfall gefunden.
Er hatte auch erkannt, dass sich diese Lösung verallgemeinern lässt auf
den Fall von
zwei (Dyo- oder Duopol),
drei, vier, fünf ...Anbietern und mit der Zahl der Anbieter gegen die
Lösung des Konkurrenzmodells
strebt. Das von Cournot entwickelte Modell kann man somit als eine Modellstrecke
des güterwirtschaftlichen Angebots begreifen, an deren Anfang das
Monopol und deren Ende die "atomistische" Konkurrenz steht.
Diese Publikation behandelt aber nur drei ausgewählte Fälle: das Monopol,
die Cournotsche Oligopollösung und die Konkurrenzlösung, die ja bereits
vorgestellt wurde. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass Cournot ein' Großteil
der Verantwortung für die Mathematisierung der Ökonomischen Theorie trägt. Nun wissen Sie, auf wen Sie Ihren Unmut lenken sollten - nicht auf Ihren freundlichen Dozenten.
Wenn das Gewinnmaximum des Monopolisten gefunden ist, wird es mit der
Konkurrenzlösung verglichen, um etwas über den eintretenden
Wohlfahrtsverlust
und die Monopolmacht aussagen zu können. Anschließend wird gezeigt,
dass der Monopolist seinen Gewinn durch
Preisdifferenzierung
steigern kann, die
Jevons Gesetz zufolge natürlich Marktunvollkommenheiten
voraussetzt.