Bei der
Preis-Absatz-Funktion
des Monopolisten handelt es sich um die (Markt-)
Nachfragefunktion
für das Gut, das der Monopolist anbietet. Es ändert sich allein
der Begriff. Inhaltlich macht es keinen Unterschied, ob sich der
Monopolist einer Preis-Absatz- oder einer Nachfragefunktion gegenüber sieht.
Die Bezeichnung Preis-Absatz-Funktion hat jedoch den Vorteil,
den Aspekt des Zusammenhangs zwischen gefordertem Preis und möglichem
Absatz besonders hervorzuheben. Im
Fall vollkommener Konkurrenz verläuft die Preis-Absatz-Funktion
eines einzelnen Konkurrenten vollkommen waagerecht - oder
eleganter formuliert:
vollkommen elastisch. Fordert der Konkurrenzanbieter
einen Preis über dem Marktpreis, so verliert er seine gesamte
Nachfrage. Wenn mehr als ein Anbieter auf dem Markt ist, stimmen
Preis-Absatz- und Nachfragefunktion also nicht überein.
Da im
Monopolfall die Preis-Absatz-Funktion mit der Nachfragefunktion
übereinstimmt, trifft auf die Preis-Absatz-Funktion des Monopolisten
alles zu, was im Rahmen der Haushaltstheorie über die Nachfragefunktion
abgeleitet wurde. So würde sie sich z. B. nach rechts verschieben,
wenn die Einkommen der Haushalte stiegen und das vom Monopolisten
angebotene Gut superior wäre. Abbildung 1 zeigt eine Preis-Absatz-Funktion.
Preis-Absatz-Funktion: Der Monopolist kann entweder den Preis oder die Absatzmenge festlegen. Wie Punkt Q verdeutlicht, kann er aber nicht beide Größen zugleich als Aktionsparameter einsetzen.
Der Monopolist wird demnach mit einem Absatz in Höhe x1 rechnen können, wenn er den Preis p1 fordert. Umgekehrt wird er davon ausgehen, dass sich ein Preis in Höhe von p1 einstellen wird, wenn er die Menge x1 auf den Markt bringt. Fordert er einen höheren Preis wie z.B. p2, wird sein Absatz auf x2 zurückgehen. Eine Preis-Mengen-Kombination wie Q kann er nicht erreichen: Würde er den Preis pQ verlangen, könnte er lediglich die Menge x3 verkaufen; umgekehrt ließe sich xQ nur zum Preis p3 absetzen.
Da der Monopolist den Preis als Aktionsvariable zur Verfügung
hat - ihn setzen kann, ohne wie der Anbieter bei vollkommener
Konkurrenz damit rechnen zu müssen, bei einer Preisanhebung den
gesamten Absatz zu verlieren - wird er gelegentlich auch als "Preissetzer"
bezeichnet (im Unterschied zum
Mengenanpasser).
Diese Bezeichnung gilt für alle Anbieter, die Preispolitik
betreiben (können). Seltener wird er als Mengenfixierer
tituliert, was sicherlich darauf zurückzuführen ist,
dass in der betrieblichen Praxis in der Regel der Preis den
Aktionsparameter darstellt.
Es sei noch einmal die
Annahme
des vollkommenen Marktes betont, da man - wenn man sich das
erste Mal mit dem Monopolmodell beschäftigt - fragen wird, warum
denn der Monopolist nicht zu unterschiedlichen Preisen verkauft.
Diese Frage liegt auch wirklich nahe, denn wenn er dazu in der
Lage wäre, so würde er es auch tun, weil er seinen Gewinn durch
eine
Differenzierung der Preise steigern
könnte. Die Annahmen des vollkommenen Marktes sind aber so streng,
dass auch der Monopolist nur zu einem Preis verkaufen kann (
Jevons
Gesetz). Allerdings liegt es - in gewissen Grenzen jedenfalls
- in seiner Hand, zum eigenen Vorteil Marktunvollkommenheiten herbeizuführen (oder zu verstärken, wären sie schon vorhanden).
Doch davon sei zunächst abgesehen.
Warum käme Werbung
für einen Anbieter bei vollkommener Konkurrenz nicht
in Frage?
Auch eine weitere Möglichkeit des Monopolisten,
Einfluss auf seinen Absatz zu nehmen, wird hier nicht weiter verfolgt.
Er könnte Werbung betreiben und auf diese Weise seine Preis-Absatz-Funktion
nach außen verlagern. Werbung würde in diesem Sinne bedeuten,
dass bei gleichem Preis eine größere Menge absetzbar wäre oder
eine gleiche Menge zu höheren Preisen verkauft werden könnte.
Mit einer Hypothese, wie Werbeausgaben sich auf die Lage der Preis-Absatz-Funktion
auswirken, lässt sich dann untersuchen, welches Werbebudget für
den Monopolisten optimal ist (sog. Dorfman-Steiner-Theorem
, das
hier aber nicht weiter verfolgt werden soll, da es üblicherweise
in Veranstaltungen zum Marketing behandelt wird).
In der Folge wird der Einfachheit halber angenommen, dass die Preis-Absatz-Funktion linear verläuft. Alle zentralen Ergebnisse blieben aber erhalten, würde diese Annahme aufgegeben.