"Monopole führen zu Wohlfahrtsverlusten." Das
wird im folgenden zwar gezeigt, allerdings - das sei vorausgeschickt
- unter recht restriktiven Annahmen. Eine wesentliche Einschränkung
erfahren die Ergebnisse durch die partialanalytische Betrachtung.
Sie verleitet leicht zu dem Schluss, wenn ein Monopol Ineffizienzen
verursacht, dann werden zwei oder viele umso größere Allokationsstörungen
herbeiführen. Das kann, muss aber keineswegs so sein, wie die
Theorie
des Zweitbesten zeigt. Außerdem ist die Analyse statisch.
Mögliche dynamische Wohlfahrtsgewinne - z. B. durch schnelleren
technischen Fortschritt - können also nicht berücksichtigt werden.
Zudem können Monopole economies of scale und economies of
scope ausnutzen. Eventuell verzichten sie aus strategischen Überlegungen
auch auf die kurzfristige Gewinnmaximierung. Und schließlich können
sie im Außenhandel durchaus von Vorteil sein, jedenfalls dann, wenn einem das Hemd näher ist als der Rock.
Im Kern lassen sich die negativen Wohlfahrtswirkungen des Monopols auf ein Auseinanderfallen von privaten und sozialen Kosten und Erträgen zurückführen. Abbildung 1 soll dies verdeutlichen:
Wenn sich die Konkurrenzanbieter wie ein Monopolist verhalten, steigt der Preis von pK auf pM und die Menge sinkt von xK auf xM. In der Monopolsituation würde die Produktion einer weiteren Einheit Kosten in Höhe von p0 verursachen. Für den Monopolisten stellt sie auch genau diesen Wert dar, während ihr die Gesellschaft einen Wert von pM beimisst.
Die Nachfragefunktion nach x - zugleich die Preis-Absatz-Funktion
im Monopolfall - gibt Auskunft darüber, was den Konsumenten das
Produkt wert ist.
Im
Konkurrenzfall ist die Angebotsfunktion die aggregierte Grenzkostenkurve
der Unternehmen GK. Es stellt sich dann Marktpreis pK
ein und die Menge xK wird gehandelt. Die letzte produzierte
Einheit hat die Gesellschaft mit zusätzlichen Kosten - den Grenzkosten
- in Höhe von pK belastet. Es gab einen Nachfrager,
der diesen Preis zu zahlen bereit war, m. a. W. bereit war, die Kosten
der Produktion zu übernehmen.
Mein Prof hat gesagt, ein
Monopol ist ein negativer Externer Effekt. Das verstehe
ich nicht. Ein Externer Effekt hat doch mit der Marktform
gar nichts zu tun.
Ja, aus folgendem Grund hat er recht:
Externe Effekte zeichnen sich dadurch aus, dass die privaten von den sozialen (Grenz)Kosten und/oder -erträgen abweichen. Das trifft auch für das Monopol zu. Der soziale Grenzertrag einer weiteren produzierten Einheit wird durch den Preis angezeigt, denn es findet sich ja ein Konsument, der eben diesen Preis bezahlen würde. Der private Grenzertrag des Monopolisten ist aber kleiner, denn er wird durch seinen Grenzumsatz angezeigt. Daher produziert der Monopolist aus gesellschaftlicher Perspektive zu wenig.
Nun werden die Unternehmen gedanklich in einem Kartell zusammengeführt.
so entsteht ein Monopol, ohne dass sich an der Technologie etwas
ändert. Der Monopolist wird jedoch nicht die Menge xK
anbieten, sondern sein Angebot der
Grenzumsatz-Grenzkosten-Regel folgend auf xM vermindern und den Preis pM
fordern. Aus dem Vergleich mit der Konkurrenzlösung erkennt man:
Die Monopolmenge ist kleiner als die Konkurrenzmenge und der Monopolpreis höher als der Konkurrenzpreis.
Die Gesellschaft wäre nun in der Lage, eine weitere Einheit
zu Kosten in Höhe von p0 herzustellen. Zugleich gibt
es ein Wirtschaftssubjekt, dass diesem Produkt einen Wert von pM
beimisst. Es könnte also eine Verbesserung nach dem
Pareto-Kriterium herbeigeführt werden - der Ausgangszustand muss demnach suboptimal
sein. Der Monopolist hat keinen Anreiz, die weitere Einheit herzustellen.
Für ihn ist sie nämlich nur p0 wert, denn
um diesen Betrag würde sein Umsatz steigen. Während
eine weitere Einheit für die Gesellschaft also einen Wert
von pM darstellt, stellt sie für den Monopolisten
nur einen Wert von p0 dar.
Der private Nutzen aus der Produktion bleibt hinter dem gesellschaftlichen zurück.
In diesem Sinne kann man das Monopol auch als einen negativen Externen Effekt begreifen.
Wohlfahrtswirkungen des Monopols:
[Maussensitives Diagramm: Bewegen Sie die Maus über die Begriffe rechts, um sie im Diagramm hervorzuheben.]
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Der Monopolist treibt den Preis durch künstliche Angebotsverknappung in die Höhe. Die nachstehende Meldung, die hier im Auszug wiedergegeben ist, illustriert den Gedanken:
Xbox 360: Keine geheimen Lagerstätten
"Irgendwo in Roswell,
New Mexico, hätten wir einen Hangar, wo wir [die Xbox
360] in Massen horten, um den Anschein der Knappheit
zu wecken." Einfach "lächerlich" seien solche Verschwörungstheorien,
zitiert die Tageszeitung Seattle Post-Intelligencer die
Antwort des ehemaligen Sega-USA-Chefs
und jetzigen Microsoft Games Manager Peter Moore auf die
Frage, ob Microsoft künstlich Lieferengpässe produziere,
um eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach
der neuen Spielkonsole vorzutäuschen. Im Gegenteil: "Wir
versuchen so viele Einheiten wie möglich zu den Händlern
zu schaffen", betonte Moore. [...]
Quelle:
heise online