Dieser Abschnitt betrachtet
Marktgleichgewichte
auf Konkurrenzmärkten und stellt sie im Rahmen
komparativ
statischer Analyse einander gegenüber. Eine Ausnahme bildet in dieser
Hinsicht allerdings der Abschnitt über die
Stabilität
des Marktgleichgewichts, in dem dynamische Aspekte der Preisbildung angesprochen
werden.
Es wird ausschließlich der vollkommene
Markt betrachtet.
Jevons
Gesetz zufolge herrscht auf vollkommenen Märkten ein einheitlicher
Preis, so dass nach wie vor die Anbieter den Preis nicht gestalten
können, sondern sich mit ihrer Produktionsmenge anpassen müssen. Wäre
eine der fünf Bedingungen von Jevons Gesetz nicht erfüllt - würden sich
die Produkte der Anbieter z. B. geringfügig unterscheiden - dann wären
unterschiedliche Preise möglich und die Anbieter würden bei moderaten Preiserhöhungen
nicht ihre gesamte Nachfrage verlieren, m. a. W.
der
Absatz reagiert nicht vollkommen elastisch auf den Preis. Natürlich
müsste aber davon ausgegangen werden, dass der Absatz mit höheren Preisforderungen
rückläufig wäre.
Diese Marktform, bei der auf einem unvollkommenen Markt viele Anbieter vielen Nachfrager gegenüberstehen, von denen zusätzlich angenommen wird, dass sie sämtlich nur unbedeutende Marktanteile halten, heißt monopolistische Konkurrenz oder unvollständiger (auch unvollkommener) Wettbewerb. In der Bezeichnung soll zum Ausdruck kommen, dass einerseits zwischen den Anbieter Wettbewerb herrscht, andererseits aber bei der Preisgestaltung im Grunde ähnliche Spielräume bestehen wie beim Monopol. Die populären Modelle für diese Marktform sind als Tangentenlösung von Chamberlin und unter der Bezeichnung "doppelt geknickte Preis-Absatz-Funktion" von Gutenberg bekannt. Modelle für unvollkommene Märkte werden hier aber nicht betrachtet. Sie erschließen sich allerdings leicht, wenn man erst einmal mit dem Monopolmodell vertraut ist.
Hier wird im folgenden die Preisbildung bei vollkommener Konkurrenz
und die
Existenz,
Eindeutigkeit
und
Stabilität von
Marktgleichgewichten
betrachtet. Daran schließen sich Überlegungen zum
langfristigen
Gleichgewicht sowie zur
Produzenten- und
Konsumentenrente
und zur
Optimalität des Gleichgewichts an. Die
Analyse staatlicher Eingriffe schließt den Abschnitt
ab.