Die folgende Übersicht fasst die möglichen Güterklassifikationen an Hand von Elastizitäten zusammen:
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Tabelle 1 zeigt die in einer amerikanischen Untersuchung der Nachfrage nach Elektrizität gefundenen Elastizitäten.
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Die gefundenen Werte lassen sich wie folgt interpretieren:
Die direkte Preiselastizität der Nachfrage nach Strom beträgt im Untersuchungszeitraum und -gebiet -1,15. Dies ist ein überraschend hoher Wert, da man eigentlich vermuten sollte, dass Haushalte ihren Strombedarf bei steigenden Preisen wenig einschränken können. Die hohe Elastizität deutet immerhin auf einen Umstand hin, der im Abschnitt über Monopole erörtert werden wird: gewinnmaximierende Monopole werden keine Menge anbieten, die im unelastischen Bereich der Nachfragefunktion liegt. Das Ergebnis könnte also ein Hinweis auf monopolistische Strukturen am Strommarkt sein.
Die Einkommenselastizität der Nachfrage beträgt 0,51. Das ist sicher ein erwartetes Ergebnis. Es zeigt, dass Strom nicht inferior und eher Grund- als Luxusbedarf ist. Mit steigendem Einkommensniveau geht der Anteil der Ausgaben für Strom an den Gesamtausgaben zurück.
Die Kreuzpreiselastizität mit Gas beträgt 0,04. Dieser Wert liegt nahe bei null und deutet auf eine Unabhängigkeit der Güter hin. Allerdings lässt sich der Untersuchung entnehmen, dass der Wert statistisch signifikant von Null verschieden ist. Wenn man diesem Ergebnis Glauben schenkt, muss man Elektrizität und Gas als Substitute klassifizieren.
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Beantworten Sie folgende Fragen:
1. Die amerikanische Regierung möchte den Bierkonsum eindämmen. Wie ist in dieser Hinsicht die geschätzte direkte Preiselastizität der Nachfrage zu interpretieren?
Der vergleichsweise hohe Wert der direkten Preiselastizität der Nachfrage lässt gute Erfolge einer Gesundheitspolitik erwarten, die den Bierkonsum über steigende Bierpreise eindämmt. Dies kann durch Steuern oder Mindestpreise erreicht werden. Allerdings ist zu beachten, dass die Alkoholiker auf Substitute ausweichen werden. Bei jüngeren, nicht an Alkohol gewöhnte Konsumenten verspräche die Politik aber Erfolg.
2. Die amerikanische Regierung möchte durch die Einführung einer Biersteuer möglichst hohe Steuereinnahmen erzielen. Wie ist in dieser Hinsicht die geschätzte direkte Preiselastizität der Nachfrage zu interpretieren?
Im Unterschied zu Frage 1 ist hier die sehr elastische Nachfrage hinderlich. Im Hinblick auf hohe Steuereinnahmen wäre eine unelastische Nachfrage wünschenswert. Was den Gesundheitsminister freut, ärgert den Finanzminister.
3. Ist Bier für die Konsumenten in Amerika ein Luxusgut?
Nein, ganz und gar nicht. Bier ist sogar inferior. Bei steigendem Einkommen sinkt der Bierkonsum. Das deutet darauf hin, dass die Konsumenten auf andere alkoholhaltige Getränke umsteigen, wenn ihre Einkommen steigen. Eine gute Konjunktur bereitet den Brauereien keine Freude. Im Gegenteil: Ihr Absatz steigt in der Rezession.
4. Welche Unterschiede würde Sie in den Ergebnissen erwarten, wenn man eine vergleichbare Untersuchung für Bayern durchführte?
Direkte Preiselastizität der Nachfrage: gering; Einkommenselastizität: positiv, aber unter 1, denn Bier ist in Bayern ein Grundnahrungsmittel; Kreispreiselastizität mit Wein: positiv, aber gering, denn die Bayern sind geborene Biertrinker. Auf dem Oktoberfest bestellen sie keinen Wein. Da kann er noch so günstig sein.
5. Was besagt der geschätzte Wert für die Variable Weinpreis?
Wein und Bier sind Substitute. Der Wert erscheint unnatürlich hoch.