Unter einem
Markt wird
hier die gedankliche Vorstellung eines Ortes verstanden, an dem ein Gut (gegen
Geld oder andere Güter) getauscht wird.
Der Tausch setzt voraus, dass es sowohl ein Angebot als auch
eine Nachfrage nach dem betrachteten Gut gibt. Im Tauschprozess bilden
sich Preise - sofern Jevons Gesetz gilt, ein einheitlicher Preis
- sodass sich zusammenfassend formulieren lässt, dass sich auf Märkten
durch das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage Preise bilden.
In empirischen Untersuchungen stellt es oft ein Problem dar, den so genannten relevanten Markt abzugrenzen. Würden wir z. B. danach fragen, ob ein Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung für Datenbank-Software hat, dann müssten wir erst einmal exakt bestimmen, was eigentlich Datenbanken sind, welche Arten von Datenbanken es gibt, unter welchem Betriebssystem sie laufen, ob Tabellenkalkulationsprogramme auch als Datenbanken gelten müssen u. s. w. Dieses Problem können wir in der theoretischen Betrachtung glücklicherweise außer Acht lassen, da wir von vornherein von sachlich gleichartigen - homogenen - Gütern ausgehen.
Da das
Marktdiagramm in
Grundzügen als bekannt vorausgesetzt
werden kann, geht es in diesem Abschnitt vor allem um ein Auffrischen
vorhandenen Wissens. Dazu wird als recht ausführlich dargestelltes
Beispiel der Markt für Dinger betrachtet, der sich übrigens dadurch
auszeichnet, dass unsere restriktiven Annahmen recht gut auf
ihn zutreffen. Allerdings gibt es eine wichtige Ausnahme: es
herrscht keine vollkommene Information. Die Produzenten der
Dinger halten ihre Produktionsverfahren geheim. Manche besitzen
effizientere Verfahren und können Dinger zu geringen Kosten
herstellen, andere sind weniger effizient und haben entsprechend
höhere Kosten.*
Über das Produktionsverfahren für Dinger treffen wir noch eine weitere Annahme, die ebenfalls dazu dienen soll, die Darstellung einfach zu halten. Bisher ist es keinem Unternehmen gelungen, mehr als 900 Dinger pro Periode herzustellen.
Eine Periode soll die Zeitspanne sein, die wir betrachten. Wir gehen davon aus, dass sie zu kurz ist, um neue Produktionskapazitäten zu schaffen ("kurze Frist"). Ein Dinger-Produzent kann also nicht seine Produktionszahlen von 900 auf 1800 verdoppeln, indem er einfach eine neue Dingerfabrik errichtet.
Die Dingerproduzenten sind im Verband der Dingerindustrie organisiert. Der Verband unterhält eine Forschungsabteilung, die sich natürlich in erster Linie mit dem Dingermarkt beschäftigt. Wichtigstes Analyseinstrument ist das Marktdiagramm für Dinger.