Da die grafische Ableitung der Kontraktkurve in der
Edgeworth-Box prinzipiell
mit der der Effizienzkurve in der
Produktions-Box übereinstimmt, ändert
sich auch bei der mathematischen Ableitung der Gleichgewichtsbedingung
für die
Transformationskurve im Vergleich zum vorangegangenen Kapitel
bis auf die Definitionen nichts.
Wenn K und L ohne Index die gesamtwirtschaftliche Faktorausstattung angeben, gelten als Vollbeschäftigungsnebenbedingungen
[1]
und
[2]![]()
Die Bierproduktion setzen wir zunächst willkürlich auf irgendeinen positiven Wert B0 fest
[3]
Unter diesen drei Restriktionen maximieren wie die Zigarettenproduktion
mit Hilfe der Lagrangefunktion
[4]![]()
Die notwendigen Bedingungen für ein Maximum (wir gehen davon aus, dass die hinreichenden Bedingungen erfüllt sind) lauten
[5a]![]()
[5b]![]()
[5c]![]()
[5d]![]()
Die Elimination der Lagrangemultiplikatoren aus den vier Gleichungen [5a] bis [5d] liefert als Gleichgewichtsbedingung
[6]![[6]](gifs/Mathematische Herleitung der Transformationskurve_gl6.gif)
oder in Grenzraten ausgedrückt
[7]![]()
In jedem Punkt auf der Effizienzkurve in der Produktions-Box
bzw. auf der Transformationskurve im Güterraum ist die
Grenzrate der
technischen Substitution zwischen je zwei Produktionsfaktoren in allen
Verwendungen gleich.
Es ist noch
nachzutragen, warum bei Gewinnmaximierung und gegebenen
Güterpreisen pB und pZ (im Regelfall) eine eindeutige Lösung
besteht. Da der gesamte Faktoreinsatz vorgegeben ist, muss unser Produzentenehepaar
den Umsatz
[8]U=pBB+pZZ
maximieren, wenn es den Gewinn maximieren will, denn bei gegebenen Kosten fallen Umsatz- und
Gewinnmaximierung zusammen. Nebenbedingungen sind neben
den Vollbeschäftigungsbedingungen [1] und [2] die beiden Produktionsfunktionen für Bier und Zigaretten.
Über die entsprechende Lagrangefunktion erhält man acht notwendige
Bedingungen für die acht interessierenden Variablen (die vier Faktoreinsatzmengen
und vier Lagrangemultiplikatoren). Die eindeutige Lösung kommt zustande,
da wir hier im Gegensatz zum vorangegangenen Kapitel in der Lage sind,
die Zielgrößen Bier und Zigaretten (mit Preisen) zu bewerten.
Mit einer Bewertung des Nutzens im vorangegangenen Abschnitt hingegen hätten
wir den positiven Bereich der Theorie verlassen, denn wir hätten damit zum Ausdruck gebracht, wie wir unsere Sympathie zwischen Konsument und Konsumentin verteilen.
Grafisch findet man die gewinnmaximierende Allokation im übrigen,
indem man eine Schar aus [8] konstruierter Isoumsatzkurven (in
diesem Fall Geraden, da die Güterpreise fix sind) im vierten Quadranten
des
Tranformationskurvendiagramms einträgt und den Tangentialpunkt mit der Transformationskurve
sucht.