Zum Abschluss dieses Kapitels bleibt uns noch etwas Mathematik.
Zielfunktion ist die persönliche Soziale
Wohlfahrtsfunktion
. Nebenbedingungen sind die beiden Produktionsfunktionen
für Bier und Zigaretten, die Vollbeschäftigungsbedingungen
für Kapital und Arbeit, die Nutzenfunktionen von Konsument
und Konsumentin und die Verteilungsbedingung für die Güter
zwischen diesen beiden. Die entsprechende Lagrangefunktion lautet
[1]![[1]](gifs/Bedingungen fuer das Optimum Optimorum_gl1.gif)
Wenn man die partiellen Ableitungen von [1] nach UM, UW, B,
Z, K, L, BM, ZM, BW und ZW gleich Null setzt, erhält
man aus den sich ergebenden notwendigen Bedingungen für ein
Wohlfahrtsmaximum nach Elimination der Lagrange-Parameter die drei
Bedingungen des Allgemeinen Gleichgewichts [2], [3] und [4] sowie eine
Verteilungsbedingung [5].
[2]
(Tauschpartner sind auf der
Kontraktkurve)
[3]
(Faktorallokation auf der
Effizienzkurve)
[4]
(Die Grenzraten der Substitution und Transformation
stimmen überein.)
[5]![]()
Diese letzte Bedingung regelt den distributiven Bereich unserer Modellwirtschaft. Nach Maßgabe der Wohlfahrtsfunktion unseres rational handelnden "Diktators" werden die Nutzen (sprich Einkommen) so verteilt, dass die Wohlfahrtszuwächse aus der letzten Zigarette für Konsument und Konsumentin gleich sind. Anders formuliert: Wenn es noch einen Euro zu verteilen gibt, dann bekommt ihn der, der den größten Nutzenzuwachs daraus erfährt. Hier wird noch einmal deutlich, dass der Einsatz einer sozialen Wohlfahrtsfunktion kardinale Nutzenmessung voraussetzt, d. h. interpersonelle Vergleichbarkeit der Nutzen, und warum sich Ökonomen zu Allokationsfragen dezidierter äußern (können) als zu Fragen der Distribution. Aber natürlich beeinflusst eine Verteilungspolitik die Allokation, womit auch die Tür zur Diskussion von Verteilungsfragen wieder sperrangelweit für den Wirtschaftswissenschaftler offen steht.